Fritz-Reuter-Oberschule
Integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe

Neapel, Italien 2017

Projektfahrt Geografie 09.07.-15.07.2017

„Neapel – Leben mit dem Vulkan“

 
Wie ein „roter Faden“ zieht sich das Thema Plattentektonik durch den Geografieunterricht der 7. – 11. Klassen. Ein für Schüler eigentlich interessantes Thema kann in unserer Region zwar anschaulich, letztlich jedoch aber immer nur theoretisch abgehandelt werden. So reifte in uns der Gedanke, während der Projektwoche in eine Gegend zu fahren, in der sich die Menschen mit den alltäglichen Gefahren von Vulkanismus, als einer Erscheinungsform der Plattentektonik, auseinandersetzen müssen.

Als realisierbare und ungemein authentische Möglichkeit fiel daher unsere Wahl auf Neapel. Schnell fanden sich interessierte Schüler aus der 8.-11. Klasse, die nicht nur etwas über Erscheinungsformen von Vulkanismus an sich, sondern auch etwas über die Menschen erfahren wollten, die dort in unmittelbarer Nähe leben und arbeiten.

Als Fazit können wir ohne weiteres behaupten, dass sich der immense Vorbereitungsaufwand absolut gelohnt hat. Die Schüler verbesserten ihre Kenntnisse zum Vulkanismus an anschaulichen Exkursionspunkten. Zudem erfuhren sie aber auch, dass Neapel eine alte, chaotische, laute, heiße, aber doch sehr liebenswerte Stadt mit sehr freundlichen Menschen ist.
 
St. Brunzlow / S. Zacharias

Tag 1 – Neapel – Leben mit dem Vulkan

1. Tag, 09.07.2017

Wir sind am 9. Juli in Neapel gelandet. Nach einem zweistündigen Flug kam uns beim Aussteigen eine sehr warme Luft entgegen. Schnell rein ins Flughafengebäude, die Koffer geholt und dann zu den Kleinbussen, die uns in wenigen Minuten zum Hotel „Tiempo“ brachten. Schnell eingecheckt und dann auf die kühlen und schönen Zimmer… Nicht nur der Fahrstil der Neapolitaner ist gewöhnungsbedürftig (alle Autos haben Schrammen und Beulen) sondern auch die stickige Luft und schmutzige Straßen sind eine Herausforderung.

Auf den Wegen sahen wir immer wieder vierbeinige Streuner und Obdachlose – kein Ort für Leute, die die Ruhe suchen und/oder Angst vor Hunden haben. Auf einer Fläche von 117,27 km² kann man in Neapel und Umgebung so einiges sehen, wie zum Beispiel den Vulkan Vesuv (auf den wir wegen zahlreicher Waldbrände nicht gehen konnten), die Phlegräischen Felder oder Pompeji. Mit ca. 1 Millionen Einwohner wirkt Neapel sehr belebt, voll und sehr authentisch, eben eine ganz besondere Stadt.

Justina G., Virginia W., Carolin D.

Tag 2 – Friedhof Fontanelle in Neapel

2. Tag, 10.07.2017

Heute ging es zum Friedhof Fontanelle. Dort sind über 40000 eingelagerte menschliche Überreste zu sehen. Die Höhle besteht aus Vulkangestein (gelber Tuffstein). Und man muss wissen, dass ganz Neapel unterhöhlt ist. Das Gestein wirkt klimaregulierend und so bleibt die Höhle auch bei heißer Außentemperatur angenehm kühl. Die Höhle ist ungefähr 15 Meter hoch und in mehrere Abteilungen unterteilt. Es riecht komisch in der Höhle. Auf manchen Schädeln liegt Geld drauf und manche waren in kleinen Häuschen „untergebracht“. Warum machen Menschen so etwas? Die Menschen hier sind sehr gläubig und wenn ein Wunsch in Erfüllung geht, wird etwas Persönliches oder Geld zu dem Schädel gelegt.

Nach diesem Besuch ging es zum Strand. Das Wasser war angenehm warm und der dunkle Sand am Strand war unangenehm heiß. Für einen Sonnenschirm musste man extra zahlen.
Es war ein angenehmer Tag und am Abend waren wir Pizza essen in einer Pizzeria.
Wir durften bis 22 Uhr auf der Dachterrasse unseres Hotels bleiben. Dann ging es schlafen.

Timo B., Norwin M., Johannes H., Sandor S.

Tag 3 – Dicke Luft am Vesuv

3. Tag, 11.07.2017

Buona sera – Am Dienstag sollte es zum Vesuv gehen und wir wollten überprüfen, ob das Gesagte von Herrn Brunzlow stimmen würde. Nach Ercolano sind wir mit einer typischen Metro von Neapel aus gefahren. Die Temperaturen stiegen und stiegen, als es um 11 Uhr schon 31°C waren, dachten wir, dass wir schmelzen würden. Weil es seit 4 Monaten keinen Regen in der Region rund um den Vesuv gab, breiteten sich die (teilweise absichtlich gelegten) Waldbrände weiter aus. Als es soweit war, dass wir in den Bus hätten einsteigen können, kamen Herr Brunzlow und Frau Zacharias mit einem verzweifelten Gesicht auf uns zu und meinten, dass wir leider eine Stunde warten müssten, da die Löschflugzeuge gerade im Einsatz waren. Wir versuchten aus der Situation das Beste zu machen, in dem wir Musik hörten und zusammen mit den Einwohnern Ercolanos tanzten. Doch es kam so rüber, dass die Natur nicht wollte, dass die Fritz-Reuter-Schüler den Vesuv entdecken. Schade Herr Brunzlow.

Danach fuhren wir mit einer überfüllten und saunaartigen Metro zu unserem Hotel zurück. Von Gianturco hat man auch die Rauchwolken des Vesuvs gesehen. Man hatte den Eindruck, dass man einem tatsächlichen Vulkanausbruch ausgesetzt war, da sich eine riesige Rauchwolke bis weit in die Troposphäre ausbreitete. Am Abend sind wir in die schöne Innenstadt gefahren und waren auf der Via Toledo zum Shoppen unterwegs. Durch die Shoppingtour war die traurige Stimmung vom Vormittag vergessen. Was kann denn besser sein, als eine ausgiebige Shoppingtour?

Der Vesuv ist ein zur Zeit inaktiver Vulkan und liegt am Golf von Neapel in der italienischen Region Kampanien (9 km von der Stadt Neapel entfernt). Er hat eine Höhe von 1281m und sein Gestein ist bis zu 25000 Jahre alt. 1944 brach dieser Vulkan das letzte Mal aus. Eine Besonderheit ist, dass der Vesuv einer der wenigen ist, der auf dem europäischen Festland liegt und durch eine Subduktion entstand. Weil dieser Vulkan ein explosives Auftreten hat, schichteten sich Asche und zähflüssige Lava übereinander. Er gehört somit zum Typ der Schichtvulkane.

Eugenia E., Lisa M., Karyna S., Alona S., Veronika S.

Tag 4 – Die Phlegräischen Felder

4. Tag, 12.07.2017

Heute, am 4. Tag der Projektfahrt, waren wir bei den Phlegräischen Feldern, die neben anderen sich überlappenden Kratern zu einer riesigen Caldera gehören. Unterstützend und wie immer motivierend, begleitete uns auf der heutigen Exkursion Eddie von der Playgroup. Er lebt übrigens in einem schönen Haus an den Hängen des Vesuvs. Herr Brunzlow erklärte uns zu Beginn an einer thematischen Karte, wie die Felder entstanden sind und wie wir nun vorgehen werden.

Zusammen liefen wir dann zu den Schwefellöchern (Fumarolen), welche einen bestialischen Gestank absonderten. Der Gestank kommt von aufsteigenden Gasen aus den Schwefellöchern (Schwefel- und Wasserstoffverbindungen im Gas). Sie kommen dem Geruch von verfaulten Eiern sehr nahe. Der Teil des Gases, der sich an dem Vulkangestein absetzt, führt zu einer rot gelben Färbung durch den Schwefelgehalt. Der Krater, in dem wir uns bewegten, entstand durch eine Entleerung der Magmakammer vor 39000 Jahren, bei dem der Vulkan zusammenstürzte.

Nach dem Besuch der Phlegräischen Felder machten wir eine Pause, indem wir mit Eddie in ein von ihm gewähltes Restaurant, in dessen Nachbarschaft sich das Geburtshaus der berühmten italienischen Schauspielerin Sophia Loreen befindet, gingen. Die Pizza war natürlich überirdisch gut!!! Abschließend verabschiedeten wir Eddie und gingen zum „Bagno Elena“, einem bekannten Stadtstrand.

Thomas S., Noor S., Max Q., Long P.

Tag 5 – Pompeji

5. Tag, 13.07.2017

Donnerstag waren wir in Pompeji. Bei ca. 34°C haben wir die Ruinen der Stadt, welche größer als erwartet waren, besichtigt. Nicht einmal 2,5 h haben gereicht, um sich alles anzugucken. Trotz der Hitze war es sehr interessant und ein Eis hat auch nicht geschadet. Pompeji war früher eine der größten Städte des römischen Reiches. Bei dem Ausbruch des Vesuvs wurde die Stadt im Jahre 79 n. Chr. zerstört. Kein Mensch hatte überlebt, da die Asche des Vulkans alle Menschen unter sich begrub.

Knapp 2000 Jahre nach dem Untergang von Pompeji wurde die Stadt freigelegt. Heute kann man jedoch nur erahnen, wie es damals abgelaufen sein könnte, da es nur wenige Aufzeichnungen von Augenzeugenberichten gibt.

Die Überreste dieser Stadt sind jedoch bis heute noch sehr gut erhalten. Diese konnten wir heute begutachten und uns somit ein ungefähres Bild von dem Leben der „Popejianer“ und der Katastrophe machen.

Zu jener Zeit waren Vulkanausbrüche leider völlig unvorhersehbar gewesen. Dies konnte man an den versteinerten Überresten der Menschen sehr gut erkennen. Hier zum Beispiel eine Mutter mit ihrem Kind.

Irina S., Laura S., Antonia T., Francin U.

Tag 6