Rollenspiel zur Novelle „Kleider machen Leute“ von Gottfried Keller

Im Rahmen der Lektüre der Novelle „Kleider machen Leute“ von Gottfried Keller wurde in einem Rollenspiel die als Intrige eingefädelte Entlarvung der wahren Identität des Schneiders Wenzel Strapinski durch seine ehemaligen Kollegen aus Seldwyla erprobt. Der Schneider wird von den Bürgern aus dem Nachbarort Goldach aufgrund seines edlen Erscheinungsbildes und seiner feinen Manieren für einen Grafen gehalten, obwohl er bettelarm ist. Wenzels Widersacher Melchior Böhni ist die aufkeimende Liebe zwischen Wenzel und  Nettchen, der verwöhnten Tochter des Amtsrates aus Goldach, ein Dorn im Auge und deshalb hat er aus Eifersucht und Missgunst Wenzels Bloßstellung ausgeheckt. Er hofft, dass Nettchen kein Interesse mehr an einer Verlobung mit Wenzel hat, wenn sie nur erfährt, dass dieser gar kein Graf ist. Fast scheint sein Plan aufzugehen…

Die Schülerinnen und Schüler haben in handlungs- und produktionsorientierten Verfahren über eine mögliche Reaktion von Nettchen spekuliert und diese in einem Rollenspiel anschaulich und mit viel Spaß umgesetzt. Die unterschiedlichen Handlungsfortführungen, die in den einzelnen Arbeitsgruppen zum Ausdruck kamen, boten durch einen späteren Vergleich mit dem Originaltext Anlass für eine vertiefende Interpretation und sorgten für Überraschung. So viel Charakterstärke hätten die Schülerinnen und Schüler Nettchen gar nicht zugetraut… Wie es wohl weitergeht?

 

Frau Haupt
Deutschlehrerin 9.3